Sonntagsbrötchen

Ich habe einfach keine Lust, mich am Wochenende beim Bäcker anzustellen. Das war auch schon vor Corona so. Also gab es bei uns – ich traue mich das gar nicht zu schreiben – Aufbackbrötchen aus dem Supermarkt. Bis zu dem Tag, als das Video von meinem Kollegen Stefan per WA kam: da backte jemand Brötchen selber und versprach zudem noch wenig Aufwand. Die Idee musste aber erst noch ein wenig reifen, da ich mir erstmal nicht vorstellen konnte, konkurrenzfähige Brötchen backen zu können. Irgendwo hatte ich nämlich mal gelesen, dass ein Bäcker-Azubi erstmal bis zu 5000 Brötchen machen müsste, bevor man die verkaufen könnte…;-)
Aber irgendwann war es soweit, ich habe mich getreu nach dem Video gerichtet und siehe da, die Brötchen waren (von der Form abgesehen) gar nicht mal so schlecht. Über den Aufwand bei der Herstellung kann man sagen: viel Arbeit ist es nicht, man muss nur Wartezeiten einkalkulieren, aber die lohnen sich allemal.
Aber da waren sie wieder: meine Ansprüche an ein Sonntagsbrötchen. Ich habe weiterexperimentiert und einen weiteren Vorschlag meines Kollegen Stefan berücksichtigt und hier kommt jetzt mein Sonntagsbrötchen-Rezept.

Was die Zutaten angeht: Sauerteig und Backmalz hat sicher nicht jeder in der Küche, das Rezept funktioniert auch ohne diese Zutaten. “Mit” sind die Brötchen aber noch einen Tick besser. 😉

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Sonntagsbrötchen
Goldbraun, kross und nach dem Aufschneiden sollte innen mehr als Luftlöcher sein, so stelle ich mir das perfekte Brötchen vor. Und wenn es geht, soll es auch wenig Arbeit machen. 😉
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Goldbraun, kross und nach dem Aufschneiden sollte innen mehr als Luftlöcher sein, so stelle ich mir das perfekte Brötchen vor. Und wenn es geht, soll es auch wenig Arbeit machen. 😉
Portionen Vorbereitung Kochzeit Wartezeit
8Brötchen 15Minuten 20Minuten 12Stunden
Portionen Vorbereitung
8Brötchen 15Minuten
Kochzeit Wartezeit
20Minuten 12Stunden
Zutaten
Portionen: Brötchen
Zutaten
Portionen: Brötchen
Anleitungen
Am Vorabend...
  1. Gebt das Mehl und das Backmalz in eine große Schüssel. Übrigens der winzig kleine Würfel ist die Hefe und ihr würdet auch mit weniger auskommen...

    Alle Zutaten beieinander, bereit für den Showdown
  2. In einem Litermaß wiegt ihr das kalte Wasser ab. Dazu gebt ihr das Salz, den Sauerteig und das Olivenöl und bröckelt dann die Hefe hinein. Alles mit einem Schneebessen kurz verrühren, damit sich die Hefe auflösen kann.
  3. Jetzt gießt ihr die Flüssigkeit zum Mehl und verrührt alles mit einem Plastikkochlöffel, bis sich die Zutaten einigermaßen miteinander verbunden haben.

  4. Danach knetet ihr am besten mit der Hand alles nur solange durch, bis kein Mehl mehr am Schüsselrand klebt. Es reicht wirklich, der Teig muss nur gerade nach Teig aussehen, den Rest übernimmt die Wartezeit für euch.

  5. Deckt die Schüssel mit einem Deckel oder einem Geschirrtuch zu und lasst euren Teig über Nacht in der Küche stehen.

Am nächsten Morgen...
  1. Ein spannender Moment: lüpft den Deckel oder das Geschirrtuch und schaut euch an, was aus dem kleinen Teigklumpen geworden ist! Ich war und bin immer noch beeindruckt. Jetzt wäre auch eine gute Gelegenheit, Backpapier auf ein Backblech zu legen

  2. Streut euch ein wenig (!) Mehl auf die Arbeitsfläche und kratzt den Teig mit einem Teigschaber aus der Schüssel.
  3. Zieht ihn einmal in die Länge und faltet ihn der Länge nach wieder zusammen. Mehr müsst ihr hier nicht an Arbeit reinstecken. Der Teig darf ruhig ein bisschen kleben, dann ist er genau richtig.

  4. Teilt den Teig mit Hilfe der Teigkarte in 8 gleich große Stücke. Jedes sollte etwas über 100 g wiegen. (Ich wiege das tatsächlich aus, da kommt wieder der alte Perfektionismus durch, Asche auf mein Haupt...)

  5. Nehmt euch eins der Teigstücke und drückt es ein wenig flach. Dafür müsst ihr vorher evtl. noch ein bisschen Mehl auf die Arbeitsfläche streuen, aber bitte nur ganz wenig.
  6. Jetzt faltet ihr den Teigrand Stück für Stück mit den Fingern nach innen. Solange bis ihr etwa 2 Runden gedreht habt und ein fast runder Teigling vor euch liegt. (Ich bin mal gespannt, wann die Rechtschreibkorrektur aus dem Teigling einen Feigling macht und ich es nicht merke!) Ich hoffe, ihr könnt das Falten im Video erkennen.
  7. Den Teigling "schleift" ihr in der hohlen Hand auf einer unbemehlten Fläche noch zu einer schönen Kugel. Ich habe da mal ein Video vorbereitet... Wer mag, kann natürlich auch längliche Brötchen formen, da geht nachher auch das Einschneiden leichter.
  8. Setzt das Brötchen auf das vorbereitete Backblech und nehmt euch die anderen Teiglinge vor.

  9. Tipp: ich mache übrigens nur vier der Brötchen und stelle den Rest des Teigs in einer Tupperschüssel mit Deckel bis Sonntag früh in den Kühlschrank. Sonntag morgen forme ich die Brötchen wie eben beschrieben und lasse sie halt etwas länger auf dem Backblech gehen, da sie erstmal auf Raumtemperatur kommen müssen.

  10. Deckt das Backblech mit einem dünnen, frisch gewaschenen Geschirrtuch zu und lasst die Brötchen für mindestens eine Stunde gehen. (Bei mir werden es auch schon mal 2 Stunden, bis alles erledigt ist, was ich an einem Samstagmorgen so zu tun habe.)

  11. Heizt den Backofen auf 250 Grad Ober- und Unterhitze vor und stellt ein hitzebeständiges Gefäss auf den Boden des Backofens. Ihr braucht gleich auch noch eine halbe Tasse heißes Wasser.
  12. Wer mag, schneidet die Brötchen einmal oder kreuzweise ein. Am besten geht das mit einem gerippten Messer. Schneidet sie ruhig tief ein, die gehen gleich beim Backen noch mal auf wie Hulle! Und ärgert euch nicht, wenn das Schneidergebnis erstmal komisch aussieht, beim Backen wird das wieder schön(er). Ich probiere eigentlich jedesmal was anderes aus.

  13. Sprüht die Brötchen mit kaltem Wasser ein, gerne 2-3 Sprühstöße pro Brötchen.

  14. Wenn der Backofen vorgeheizt ist, schüttet ihr das heiße Wasser in das hitzebeständige(!!!!) Gefäß und gebt das Backblech mit den Brötchen für 20 Minuten auf die zweite Schiene von unten. Kleiner Tipp für alle, die kein Gefäß haben, dem sie rd. 250 Grad zutrauen: werft zwei Eiswürfel in den Backofen, wenn ihr das Blech reingeschoben habt und macht schnell die Tür zu. Könnte einen kleinen Knall geben, gibt aber auch jede Menge Dampf...
  15. Was die Backzeit und die Temperatur angeht: jeder Backofen ist anders. Ich benötige z.B. nur 245 Grad und habe die Brötchen immer im Auge, damit sie nicht zu braun werden. Sollte das der Fall sein, passt die Temperatur an oder legt Alufolie über die Brötchen, das verhindert Meteoriten! Aber es kann ein paar Versuche benötigen, bis ihr die für euren Backofen richtige Temperatur gefunden habt.
  16. Wenn die Brötchen fertig gebacken sind, holt sie aus dem Ofen und sprüht sie direkt noch 2-3 mal pro Brötchen mit kaltem Wasser ein, dann bekommen sie einen leichten Glanz.

  17. Lasst die Brötchen etwas auskühlen, bevor ihr sie anschneidet - auch wenn es schwer fällt. Und geniesst vorher das Geräusch beim Draufdrücken - herrlich!!!

Ich wünsch euch viel Spaß beim Nachkochen! 🙂
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